Am Alten Silvester durften wir den Besuch einer Gruppe Silvesterchläuse erleben, die uns mit einem Zäuerli erfreuten. Für die Bewohnerinnen und Bewohner war dies ein eindrückliches und berührendes Erlebnis. Einige liessen sich anstecken und versuchten, beim Zäuerli mitzusingen.
Hintergrund
Der Alte Silvester in Urnäsch ist ein traditionelles Appenzeller Brauchtumsfest, das jedes Jahr am 13. Januar gefeiert wird. Er gehört zu den bekanntesten und ursprünglichsten Volksbräuchen der Schweiz.
Der „Alte Silvester“ geht auf die Kalenderreform von 1582 zurück. Damals wurde der gregorianische Kalender eingeführt, den nicht alle Regionen sofort übernahmen. In Appenzell Ausserrhoden hielt man lange am alten julianischen Kalender fest. Die Differenz von 13 Tagen führte dazu, dass Neujahr zusätzlich am 13. Januar gefeiert wurde – daher der Name.
Im Zentrum stehen die sogenannten Silvesterchläuse: Sie ziehen in Gruppen von Haus zu Haus durch Urnäsch und die umliegenden Weiler. Dabei tragen sie aufwendige Trachten und Kopfbedeckungen und läuten schwere Schellen. Mit einem kunstvollen, mehrstimmigen Naturjodel („Zäuerli“) wünschen sie Glück und Segen fürs neue Jahr.
Die drei Typen von Silvesterchläusen
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- Schöne Chläuse – reich geschmückt, mit filigranen Hauben
- Schö-Wüeschte Chläuse – eine Mischung aus schön und wild
- Wüeschte Chläuse – archaisch, mit Naturmaterialien, teilweise furchteinflössend
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Der Alte Silvester ist
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- kein Touristenfest, sondern tief im lokalen Selbstverständnis verankert
- Ausdruck von Dank, Neujahrswünschen und Gemeinschaft
- von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt (in der Schweiz)
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